Schleswiger Wirtschaft im Blick

Teil 3: Ein Kommen und Gehen... und Bleiben

(von C. Godbersen) 

Nachdem ich mich nach den generellen einleitenden Worten des ersten Textes im zweiten Text recht schnell zu konkreten Empfehlungen für die Schleswiger Wirtschaft habe hinreißen lassen, werde ich jetzt versuchen, meine Gedanken ein wenig empirisch zu untermauern. Ein Blick in das Wirtschaftsgeschehen unserer Stadt wird Aufschluss darüber geben, welche Konzepte in Schleswig bisher Erfolg hatten und welche nicht. Schauen wir auf die Fakten und ziehen wir unsere Schlüsse daraus.

In der Schleswiger Innenstadt gibt es – Stand: heute – vier Kategorien von Unternehmen. Erstens Geschäfte, die mehrere Jahrzehnte Bestand hatten und dann mangels Erfolges in den letzten Jahren das Geschäft aufgegeben haben. Zweitens Geschäfte, die nach jahrzehntelanger Tätigkeit immer noch fortbestehen. Drittens Neugründungen, über deren Schicksal noch zu entscheiden ist. Und viertens Neugründungen, die nach verhältnismäßig kurzer Zeit schon wieder geschlossen haben. Schauen wir uns um, welche Handelshäuser welcher Kategorie angehören:

In jüngster Zeit aufgegeben haben traditionsreiche Betriebe wie

- das Kaufhaus Karstadt/Hertie,

- Bürowaren Ibbecken,

- Textilwaren Nootbar,

- Aldi und

- das Musikgeschäft Reuter.

 

Eine lange Tradition weiterhin fortführen tun

- das Haushaltswarengeschäft Ahrens,

- das eher auf Garten als auf Haus ausgerichtete Mackrott,

- Julius Reit- und Segelsport,

- das Reformhaus,

- der Naturmarkt,

- Edeka,

- der Baguette-Stand,

- die Schleswiger Nachrichten,

- Commerzbank,

- Volksbank,

- Sparkasse,

- die Hauptpost,

- die Buchhandlungen Bernhards,

- Eule und

- Liesegang,

- Audio Point,

- Videothek Red Zack/ehemals Jöhnk,

- ID Sievers,

- das Sanitätshaus,

- Bekleidung Anna,

- der Herrenausstatter an der Schlei,

- der Fast-Food-Laden Kochlöffel,

- das Restaurant Patio,

- mehrere Arztpraxen und Apotheken,

- die Schuhgeschäfte Deichmann,

- Ecco und

- Reno,

- Spiel & Spass,

- Janny's Eis,

- das Teekontor,

- Arko,

- die Optiker Fielmann und

- Pertiet,

- der Capitol Filmpalast,

- Parfümerie Douglas,

- das Wein- und Whiskykontor,

- Lotto Toto

- Stormbreaker,

- Bekleidung Takko,

- Glaserei Busse,

- das Anglereigeschäft in der Michaelisstraße,

- die zwei Uhrmacher und Juweliere in der Innenstadt,

- Restaurationen wie der Senatorkrug, das Antik Café, zwei Schlachter, einige Hotels.

 

Hoffnungsvoll stimmen neu gegründete Geschäfte wie

- Media Markt,

- der Kiosk in der Langen Straße,

- der Elektronik An- und Verkäufter in der Mönchebrückstraße,

- Kloppenburg,

- die Back Factory,

- die Erotikboutique,

- das indische Restaurant Ojaz,

- das tunesische Café am Mühlbach

- ein neuer Friseur,

- das Café-Tabac,

- ein Dönerladen.

 

Keinen Fuß fassen konnten in der Schleswiger Innenstadt

- die Theodor-Storm-Buchhandlung,

- zwei Computergeschäfte,

- ein Geschäft für Gothic-Bekleidung,

- Marktkauf,

- Budnikowsky,

- ein Zeitschriftenhandel,

- ein Kiosk im Lollfuß.

 

Können wir aus dieser Historie „Gesetzmäßigkeiten“ ablesen? Zumindest eine: Bisher ist es trotz aller Schleswiger Schwierigkeiten dabei geblieben, dass in der Innenstadt alles mehr oder weniger Nötige erhältlich ist. Eine auffällige und lästige Lücke war für längere Zeit das Fehlen eines Eletronikhandels, die seit Ende 2011 durch Media Markt wieder geschlossen worden ist. Auch sehen wir an der Länger dieser – keineswegs vollständigen – Absätze, dass die Volatilität und Instabilität im Stadtzentrum keineswegs so groß, wie sie sich angesichts des schnellen Wechsels in einigen Räumlichkeiten anfühlen mag. Ich selbst zumindest war überrascht, als ich diese Aufzählung angefertigt habe – überrascht, dass doch soviel Tradition sich in der Gegend von Lollfuß und Stadtweg zu halten vermag.

Die anderen drei Absätze sind etwa gleich lang. Ein besonderer Gründergeist ist also auch nicht zu spüren. Die Chancen für Neuansiedlungen stehen in letzter Zeit offenbar nicht besonders gut. Dass mag daran liegen, dass die Schleswiger ihre verlässlichen Geschäfte kennen und schätzen und keinen Grund sehen, etwas Neues auszuprobieren. Es mag auch daran liegen, dass die Neuen in den letzten Jahren nicht besonders phantasievoll gewesen sind. Folglich gilt für Investoren in Schleswig: Schnelles Geld ist hier kaum zu holen, aber wer eine tatsächlich bestehende Nachfrage gut bedient, kann auf eine treue Kundschaft hoffen. Das Neubaugebiet am Berender Redder liegt in auch für Radfahrer akzeptabler Entfernung zur Innenstadt und dürfte diesen Befund deshalb verstärken.

Wenn wir die kürzlich in der Presse veröffentlichte Umfrage der Flensburger Hochschule unter Verbraucherinnen, die der Schleswiger Innenstadt nur eine befriedigende Note gab, bedenken, zeigen sich Wege, wie die Wirtschaft der Innenstadt mittel- bis langfristig verbessert werden kann. Die Lage im Moment bietet wenig mehr als moderne Grundversorgung, aber dies wird von den Kunden offenbar nicht als gut – im Sinne von Schulnoten – empfunden. Auch das Ergebnis der Umfrage, dass die Vielfalt des Warenangebots deutlich bemängelt wurde, deckt sich mit obiger Auflistung. Wenn Vertreter der Innenstadt wie beispielsweise die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) einen dauerhaften Dialog mit den Konsumenten suchten, könnten sinnvolle Investionen und Neugründungen mit guten Gewinnaussichten getätigt werden. Das setzt jedoch – und hier liegt vermutlich das größte Problem – eine gewisse Mitarbeit der Endverbraucherinnen voraus. Umfragen müssen so formuliert werden, dass sie auf konstruktive Lösungen abheben, und vor allem müssen die Befragten ehrlich antworten. So sollten Sie und ich und alle anderen sich überlegen, ob wir eine Verbesserung des Angebots im Stadtweg nicht nur begrüßen, sondern auch tatsächlich wahrnehmen würden. Ich für meinen Teil habe mich zum Beispiel sehr über die Eröffnung von Media Markt gefreut, bin aber nur ein einziges Mal dort gewesen. Langer Rede kurzer Sinn: Schleswigs Zentrum hat nach wie vor das Potenzial, von Händlern und Verbrauchern gemeinsam sehr vielversprechend entwickelt zu werden.

Auch eine tendenziell alternde Bevölkerung sollte der Schleswiger Einzelhandelsstruktur mittelfristig wenig anhaben können, da kaum Geschäfte mit einer ausschließlich jungen Zielgruppe vorhanden sind. Ältere Zielgruppen werden noch lange erhalten bleiben und ihrerseits einen gewissen Sockel an Arbeitsplätzen für Leute im Erwerbsalter sichern.

Am Stadtrand sieht die Situation anders aus. Darauf werde ich nächstes Mal den Blick richten.

 

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