Parkraumbewirtschaftung, ÖPNV, E-Mobilität, Car-Sharing, Fahrradfahren - clever!

In Arnis gibt es sie seit 2011 - und Husum, Rendsburg, Flensburg und Eckernförde haben schon lange eine Parkraumbewirtschaftung in ihren Innenstädten. Mit Hilfe einer durchdachten Parkraumbewirtschaftung lassen sich beträchliche Einnahmen erzielen. Bislang hat Schleswig auf diese Einnahmen verzichtet. Spätestens seit dem das Angebot des ÖPNV in der Schleistadt reduziert wurde, muss untersucht werden, inwiefern eine Parkraumbewirtschaftung für das Schleswiger Parkhaus und die Innenstadt in Betracht gezogen werden kann und welche Effekte es mit sich bringt. Hierzu führen wir hier allgemein unsere Argumente für die Einführung einer moderaten Parkgebührenordnung aus.

Schleswig hat sich im Jahre 1996 dem Klimabündnis www.klimabuendnis.org angeschlossen. Als Handlungsfelder und Maßnahmen sind hier für die Mitgliedsstädte mit Selbstverpflichtung für den Klimaschutz u. a. folgende Schritte zu unternehmen: ... Eine Verkehrspolitik, die eine Minderung des motorisierten Verkehrs verfolgt und klimaverträgliche Mobilität fördert und belohnt. ...

Hin und wieder wird behauptet, dass die Autofahrer nach Schleswig kommen, weil es keine Parkgebühren gibt ..." Die GRÜNEN sind überzeugt, dass es neben der Erreichbarkeit mit dem PKW viel wesentlichere notwendige Voraussetzungen für den Erfolg in der Geschäftswelt gibt. Wir stützen uns dabei auf eine Studie von Hatzfeld/Junker aus dem Jahre 1995. Hieraus geht hervor, dass einfache Kausalitätszusammenhänge zum zwischen PKW-Erreichbarkeit und Betriebserfolg nicht begründbar sind.

Merke: Attraktive Angebote, eine ansprechende Umfeldqualität mit langer Aufenthaltsdauer (Einkaufsatmosphäre), die Freundlichkeit des Personals (Service) und nicht zuletzt ein gutes Marketing sind ausschlaggebend für einen Besuch der Schleswiger Innenstadt.

Bislang beteiligen sich die in der IGL (Interessengemeinschaft Ladenstraße) organisierten Geschäftsleute der Ladenstraße an den Unterhaltungskosten für das Parkhaus aus einem großen gemeinsamen Pott. Nebenbei: wohl kaum jemand der schleswiger ParkhausnutzerInnen weiss dieses Wert zu schätzen. Es erscheint ungewöhnlich, denn mit diesem „Parkhausfonds“ werden durchaus ja auch die Kosten für die NutzerInnen getragen, die überhaupt nichts bei den in der IGL organisierten Geschäften kaufen sondern nur parken. Wir sind uns sicher, dass das Geld anstelle für die Unterhaltskosten in bessere Angebote und die Attraktivität der Ladenstraße zu investieren ist. (Dies ist schliesslich die eigentliche Kernkompetenz des Einzelhandels). Parkgebühren werden dann von allen parkenden PKW entrichtet. Die optimierten Angebote vergrößern dementsprechend die Zahl der Käuferinnen und Käufer, die gar nicht mit dem Auto in die Innenstadt fahren. Der oder die Parkende, die dann die gebührenpflichtigen Stellplätze nutzen, erhalten beim Einkauf diese Summe gutgeschrieben. Wer nichts einkauft, zahlt die Parkgebühr - der Überschuss geht in die Optimierung des ÖPNV und der Fahrradwege.

Indirekt zahlt man schon jetzt Parkgebühren: wer nicht rechtzeitig sein Fahrzeug aufgesucht hat, um es umzuparken und um die Parkscheibe weiter zu drehen, hat wohlmöglich ein „Knöllchen“ kassiert. In Skandinavien hat sich eine neu organisierte Variante der Parkgebührenbezahlung bereits durchgesetzt: das Handy-Parken (www.handy-parken.de) Dieser Service ermöglicht es, bequem die Parkzeiten mit dem Mobiltelefon zu verlängern. Je nach Mitgliedschaft, werden die Parkgebühren jeweils am Ende eines Monats über das Girokonto abgerechnet. Das System ersetzt allerdings nicht die Kassenautomaten.

• AutofahrerInnen dürfen nicht auf Kosten der autolosen Menschen den öffentlichen Parkraum allein für sich beanspruchen. Hier muss das Solidaritätsprinzip gelten. Die Mobilität der Menschen ohne PKW muss mit Hilfe eines ÖPNV gewährleistet werden. Nach unseren Vorstellungen sollen die über die Parkraumbewirtschaftung erwirtschafteten Mittel direkt in den Ausbau des ÖPNV und eine sichere Fahrradinfrastruktur investiert werden – ein stetig verbessertes Angebot im Bereich des ÖPNV vergrößert zudem nachhaltig den Nutzerkreis – das wiederum wirkt sich direkt auf den Umsatz in der Geschäftswelt aus.

Die Umgewöhnung – und die erwünschte Änderung ist ein langdauernder Prozess. Steigende Kraftstoffpreise werden aber den Umstieg z.B. von Dauerparkern (Angestellte, MitarbeiterInnen usw.) auf das Fahrrad oder auf den Stadtbus leichter machen.

Die Schleswiger wären gut beraten gewesen, wenn bereits zum Beginn der Landesgartenschau eine intelligente Parkraumbewirtschaftung eingerichtet gewesen wäre. Auf diese Weise hätten sich die Investitionskosten für die Kassenautomatensystem mit Hilfe der erhöhten Besucherzahlen schnell amortisieren lassen. Selbstverständlich muss man dabei auch bereit sein, ansprechende Gebührensysteme, Zeiten, Zonen und Rabatte für Schleswig zu entwickeln. So sollten KurzzeitparkerInnen mit einer Parkdauer von bis zu einer halben Stunde unentgeltlich parkieren dürfen. Um einen christlich-demokratischen Anreiz zu erhalten, ist durchaus vorstellbar, dass ein parkgebührenfreier Werktag erhalten bleibt (z.B. Markttag = Parktag o.ä.).

Fazit: Die Geschäfte der Innenstadt werden mit der Einführung möglicher Parkgebühren eher entlastet und könnten tendenziell ihren Kundenkreis sogar noch vergrößern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Geschäftsleute die Parkraumbewirtschaftung als eine Chance begreifen, um ihr direktes Umfeld aufzuwerten und ihr eigenes Angebot zu erweitern. Wenn es richtig angestellt wird, wird der Geschäftserfolg also nicht von neu eingeführten Parkgebühren abhängen; wohl aber liesse sich der städtische Haushalt aufbessern.

Haben Sie zu diesem Thema Anregungen, Bemerkungen oder kennen andere Hintergründe? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns eine kurze E-mail schreiben würden.

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