ÖPNV in Schleswig

Wer als Schleswiger zum ersten Mal in eine Stadt wie Kiel oder gar Hamburg reist, staunt nicht schlecht darüber, wie gut man sich in solchen Städten ohne eigenes Auto fortbewegen kann. Alle paar Minuten fährt ein Bus zumindest grob in die richtige Richtung, von dem U- und S-Bahn-Netz der Metropolen ganz zu schweigen.

In Schleswig sieht es anders aus: Zwar bringen die Busse einen von A nach B, aber spontanes Loslaufen im Vertrauen darauf, dass demnächst ein Bus kommen werde, ist nicht ratsam. Vielmehr muss man seine innerstädtische Fortbewegung anhand des Fahrplans im Voraus planen, um nicht viel Zeit zu vergeuden. Das Verhält sich in den Kieler Randbezirken freilich nicht anders; auch dort fahren die Busse bestenfalls im zwanzig-Minuten-Takt, und spätabends oder frühmorgens ist man auf die nur stündlich fahrenden Nachtbusse angewiesen. Der Öffentliche Personennahverkehr, kurz ÖPNV, scheint also in seiner Leistungsfähigkeit klar begrenzt, und in einigen Fällen schlicht nicht in der Lage zu sein, mit dem eigenen PKW zu konkurrieren. Was aber wäre, wenn alle ausschließlich auf das setzten, was Verwaltungsexperten nicht ohne eine gewisse Ironie „MIV“ nennen – den Motorisierten Individualverkehr? Nun, einige Städte in China, wo immer mehr Leute sich ein eigenes Auto leisten können, machen es vor: Der Verkehr und die Luft werden dicker. Während der Rushhour kann von Auto fahren angesichts der Kriechgeschwindigkeiten kaum noch gesprochen werden.

Soweit muss man es nicht kommen lassen, um die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel zu sehen. In Kiel sind die alten Straßen nicht dafür ausgerichtet, dass heute auf sehr viele Wohnungen je ein Auto kommt. Aber selbst in Schleswig sind Parkplätze hier und da schon Mangelware. Zugegeben, es ist schwer dagegen zu argumentieren, sich einen PKW zu halten, da er manchmal wirklich sehr hilfreich ist – sei es ein Großeinkauf oder seien es Fahrten in entlegene ländliche Gebiete. Aber es ist leicht einsehbar, dass es innerhalb des kleinen Schleswigs nicht immer das Auto sein muss. Bei freundlichem Wetter tut es für alle, die gesundheitlich dazu in der Lage sind, das Fahrrad. Ist das Wetter ungemütlich, hat man beispielsweise eine Topfblume zu transportieren oder wenn man nicht mehr der/die Jüngste ist, kann der Bus eine gute Lösung sein. Außerdem entfällt die Parkplatzsuche, im Bus hat man Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen und durch weniger befahrene Straßen, weniger Abgase und Verkehrslärm wird die Stadt für alle zu einem angenehmeren Ort – für alle, auf Latein: Omnibus!

Um ein solches Szenario zu verwirklichen, bedarf es aber des Engagements von zwei Seiten. Einerseits müssen die ÖPNV-Betreiber entsprechende Angebote machen, andererseits müssen die Bürgerinnen und Bürger sie annehmen. Busse, die in der Regel leer durch die Straßen fahren, kann sich kein Verkehrsbetrieb leisten. Wenn also alle, die ein Auto besitzen, aus übermäßiger Bequemlichkeit jede Kurzstrecke selbst fahren, bleiben nicht mehr viele Passagiere für die öffentlichen und privaten Busunternehmen übrig. In der Konsequenz werden Strecken seltener befahren oder ganz stillgelegt. Das Nachsehen haben dann einige Leute, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen auf den Bus angewiesen sind oder sich kein eigenes Gefährt leisten können.

Im Moment scheint es in Schleswig tatsächlich so zu sein, dass nur Wenige wirklich der Meinung sind, ein besseres Busnetz zu brauchen bzw. sich kaum dazu bemüßigt fühlen, das Auto stehen zu lassen. Es braucht in jedem Fall einen kleinen Anlauf, um sich auf das Busfahren einzustellen und sich mit dem Fahrplan vertraut zu machen. Angesichts der vielen Vorteile, die ein gut ausgebauter und strukturierter ÖPNV für das Gemeinwesen hat – einige wurden oben aufgeführt –, ist es jedoch nur ein geringer individueller Beitrag, den eigenen Alltag etwas mehr am Busverkehr auszurichten.

[von Claus Godbersen]

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