18.03.2018

Plastik in der Schlei - Es gilt zu handeln!

Gemeinsame Pressemitteilung des Grünen KV Schleswig-Flensburg und des Grünen OV Schleswig und Umgebung zum Umweltskandal an der Schlei

Der Umweltskandal der plastikverseuchten Schlei zeigt, dass Naturschutzpolitik dringender denn je nötig ist. Die Millionen einzelner Plastikteile werden auf lange Jahre noch Natur und Mensch belasten. Aber dieser Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Unsere Meere sind weltweit in unvorstellbarem Ausmaß mit Plastik, besonders Mikroplastik belastet. Wir brauchen eine Debatte über unseren Plastikmüll.

Es ist gut, dass Staatsanwaltschaft und LKA die Ermittlungen (möglicher Straftatbestand der Gewässerverunreinigung) in der Hand haben und damit auch auf nicht-öffentliche Informationen zugreifen können.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert viele Bürger*innen bei der Säuberung mithelfen wollen. Die Menschen wollen eine intakte Natur! Die Säuberung der Schlei muss dabei mit dem Vogelschutz in der Brutzeit abgewogen werden. Aufräumarbeiten sollen daher nur gemeinsam mit Naturschützer*innen und unter Aufsicht durchgeführt werden, sodass nicht auch noch durch das Aufräumen Umweltschäden entstehen oder Tierwohl gefährdet wird.

Es ist völlig widersinnig, das Material Plastik mit einer Lebenszeit von einigen hundert Jahren in Einwegverpackungen und Kaffeebechern zu nutzen. Der Plastikbecher zum Beispiel, aus dem wir 5 Minuten unseren Kaffee in der Bahn trinken, verbleibt noch viele hundert Jahre in der Natur. Dabei können Kunststoffe nützliche und geeignete Materialien sein, wenn sie von der Industrie sinnvoll eingesetzt werden würden.

Die Partei BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN wird auf Stadt- ,Kreis- ,Landes - und Bundesebene Fragen stellen und durch Anträge und Transparenz Lösungen zu dem Thema anstreben. Hierzu stehen wir als Ortsverband und Kreisverband in einem engen Austausch mit dem Grünen Landesverband, unseren Abgeordneten und Ministern und dem Bundesverband.

Wir regen an, dass auch andere Kläranlagen und Biogasanlagen überprüft werden, um eine Wiederholung des Schleswiger Falls zu vermeiden. Vor allem sind aus den technischen und physikalischen Fragen, wie das Plastik durch den Sandfilter im Schleswiger Klärwerk gelangen konnte, die entsprechenden Schlüsse für Maßnahmen zum Umweltschutz zu ziehen.

Wir wollen Wege aus der Wegwerfgesellschaft finden!

Wir fordern eine radikale Reduzierung des Verpackungsplastiks und ein echtes Recycling der verschiedenen Wertstoffe.

Wir wollen anstreben, dass die Wirtschaft die Entsorgung von Lebensmitteln dort, wo noch nicht geschehen auf eine getrennte Form umstellt – egal ob dies bei den Supermärkten oder beim Entsorgungsbetrieb erfolgt. Auch die Wirtschaft hat eine Verantwortung für unsere Umwelt. Wir brauchen eine Produzentenverantwortung von der Produktion bis zur Wiederverwertung.

Ein „Masterplan Schleinatur“ muss erarbeitet werden, um das Ökosystem langfristig in einen guten Zustand zu bringen. Die derzeitige Dramatik darf nicht für kurzfristige Alibi-Lösungen genutzt werden. Die Schlei war auch vor der Belastung mit Plastik ein stark belastetes Gewässer. Durch u.a. die Einträge aus der alten Zuckerfabrik in Schleswig und der Landwirtschaft ist die Schlei stark übersättigt mit Nährstoffen. Würde man das Sediment vom Gewässerboden „umgraben“, würde das Gewässer vermutlich umkippen. Gemeinsam müssen Wege gefunden werden, wie der Faulschlamm aus der Schlei entfernt werden kann. Wir wollen Expert*innen, Naturschutzverbände und Verwaltung zusammenbringen, die Finanzierung nach dem Verursacherprinzip sollte das Ziel sein.

Babette Tewes, Sprecherin des Ortsverbands und Spitzenkandidatin zur Kommunalwahl in Schleswig: „Die Öffentlichkeit stellt sich zu Recht fragen, die auch zu beantworten sind. Vor allem ist es nun wichtig die technischen und physikalischen Fragen, wie das Plastik durch den Sandfilter im Schleswiger Klärwerk in die Schlei gelangen konnte, zeitnah zu klären.“

Jonas Kähler, Sprecher des Ortsverbands und Spitzenkandidat zur Kommunalwahl in Schleswig: „Die Säuberung der Schlei vom Plastik hat oberste Priorität. Dabei darf der Schutz der Vögel in der Brutzeit nicht aus den Augen verloren werden. Wir brauchen jetzt einen Masterplan zur Reinigung der Schlei, der unter Berücksichtigung der Vogelbrutzeiten umgesetzt wird.“

Uta Bergfeld, Sprecherin des Kreisverbands: „Die dramatische Lage an der Schlei in Schleswig darf nicht für kurzfristige Alibi-Lösungen genutzt werden. Wir brauchen einen Plan für die stark belastete innere Schlei, um auch Wege zu finden, den Faulschlamm aus der Schlei zu entfernen. Der Faulschlamm am Grunde der Schlei wird die Entfernung der Plastikschnipsel möglicherweise auch stark erschweren. Daher muss nun nach ernsthaften Wegen gesucht werden, beide Verschmutzungen parallel zu sanieren. Die Schlei braucht umfassendere Hilfe.“

Udo Hansen, Sprecher des Kreisverbands: „Wir brauchen eine Debatte über den Umgang mit unserem Plastikmüll. Der Fall des Plastiks in der Schlei zeigt deutlich, dass die Entsorgung unseres Mülls ein wesentlicher Baustein ist, um unsere Natur, u.a. unsere Flüsse, Seen und Meere, langfristig intakt zu halten.“

Jonas Kähler und Babette Tewes, OV Schleswig und Umgebung

Udo Hansen und Uta Bergfeld, KV Schleswig-Flensburg

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